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ATX-Trends: FACC, Flughafen Wien, S Immo, EVN, UBM, Marinomed ...

Weiter erholt präsentierten sich die europäischen Börsen zum Wochenauftakt, vor allem der sich im Mai über die Erwartungen erholende Ifo-Index hob die Stimmung und liess den EuroStoxx 50 mit einem Zuwachs von 2,3% schliessen. In Paris konnte der CAC 40 um 2,2% zulegen, der deutsche Dax verbesserte sich um 2,9%, in London waren die Börsen ebenso wie in den USA feiertagsbedingt geschlossen.

Bei den Sektoren wurden die Bauwerte auf Grund des wiederkehrenden Optimismus besonders gesucht und konnten sich um 3,7% verbessern, ebenfalls stark waren die Technologiewerte mit einem Anstieg von 2,5%, der Rohstoffsektor konnte nur marginal höher schliessen, auch deshalb, weil große Unternehmen in diesem Sektor in London notieren und gestern nicht gehandelt wurden. Spitzenreiter im EuroStoxx war Airbus mit einem Plus von 8,5%, nachdem das Analysehaus BCA Research eine fortgesetzte kräftige Erholung der Flugaktivitäten geortet hatte. Davon profitierten auch andere Titel, Air France-KLM verzeichnete einen Anstieg von 4,6%, Lufthansa konnte um 7,5% anziehen, nachdem die Staatshilfen in Milliardenhöhe vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Kommission finalisiert werden konnten, der Hotelbetreiber Accor konnte sich um 6,9% verbessern und Amadeus, ein spanischer IT-Dienstleister für Touristik, konnte um 4,7% vorrücken. Bayer profitierte von Medienberichten, wonach im milliardenschweren Glyphosatstreit bei 50.000 bis 85.000 von geschätzt 125.000 Klagen zumindest eine mündliche Einigung erzielt werden konnte, der Pharma- und Agrarchemiekonzern setzte sich mit einem Plus von 7,8% an die Spitze des Dax. Volkswagen hingegen konnte nur 0,9% zulegen, nachdem gut viereinhalb Jahre nach Auffliegen des Diesel-Skandals das erste höchstgerichtliche Urteil verkündet worden war, wonach der Autobauer den betroffenen Autobesitzern grundsätzlich zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet ist. Bei den Nebenwerten konnte Sixt den Aufwärtstrend fortsetzen und weitere 4,0% stärker schliessen. Positiv verlief das Börsedebüt des Softwareunternehmens Exasol, nach einem Ausgabekurs von 9,5 Euro handelte die Aktie gleich in der Eröffnung bei rund 14,0 Euro und beendete den ersten Handelstag mit einem Aufschlag von 34,1% zum Emissionskurs.

Auch der heimische Markt konnte an den starken Freitag anknüpfen, der ATX erzielte eine Verbesserung von 1,2%. Das Bild bei den einzelnen Unternehmen war ähnlich wie im übrigen Europa, FACC war der stärkste Titel des gestrigen Tages, für den Luftfahrtzulieferer gab es eine kräftige Erholung von 5,8%, auch der Flughafen Wien war gesucht und konnte um 4,9% anziehen. Fest präsentierten sich zwei Immowerte vor der heutigen Ergebnispräsentation, bei s Immo kam es zu einem Anstieg von 5,2%, auch die Ca Immo tendierte nach oben, wenngleich der Zuwachs von 1,4% im Vergleich deutlich geringer ausfiel. UBM Development, das ebenfalls heute die Bücher öffnen wird, musste hingegen ein kleines Minus von 0,3% hinnehmen, und Marinomed erlitt vor der Zahlenbekanntgabe sogar einen deutlichen Rückgang von 3,0%. Nachrichten gab es auch von der OMV, der Vorstandschef Rainer Seele wurde, wie schon am Wochenende bekanntgegeben worden war, nach einer internen Prüfung von den Spesen- und Sponsoring-Vorwürfen entlastet, der Ölkonzern rutschte leicht um 0,2% ab. Die Banken hatten einen gemischten Tag, die Bawag konnte sich um 1,9% verteuern, bei der Erste Group kam es zu einem Anstieg von 0,8%, die Raiffeisen hingegen musste 0,9% abgeben, der kleinere Vertreter aus dem Sektor, die Addiko Bank, war der schwächste Wert des gestrigen Handels und schloss mit einem Abschlag von 3,6%. Zu den deutlichen Gewinnern zählte Palfinger, für den Kranhersteller ging es um 5,0% nach oben, auch die Semperit war wieder einmal sehr gesucht, der Gummikonzern durfte sich über eine 4,6% höhere Notierung freuen. Ebenfalls gesucht war EVN mit einem Plus von 4,0%, und die Österreichische Post konnte die Erfolgsserie fortsetzen und weitere 3,7% Zugewinn erzielen.

Etwas zulegen konnte Öl, Brent notierte zu Handelsende 1,3% befestigt, WTI wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. Nach der Erholung von den Tiefstständen regiert aber nach wie vor die Vorsicht, und die aufkommenden Spannungen zwischen China und den USA könnten nach Befürchtung einiger die Nachfrage wieder dämpfen. Gold erlebte auf Grund des US-Feiertages einen sehr ruhigen Handel und tendierte die meiste Zeit knapp um den Schlusskurs vom Freitag, schlussendlich notierte das Edelmetall leicht tiefer bei einem Kurs von rund 1.730 US-Dollar. Auch beim Handel zwischen US-Dollar und Euro ging es sehr ruhig zu und der Kursverlauf zeigte kaum Ausschläge, das Währungspaar pendelte sich am späten Abend bei einem Wert von knapp unter 1,09 ein.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Dienstag zur Eröffnung weiter freundlich indiziert. Auch die Börsen in Asien tendierten durchwegs mit Kurszuwächsen. Unternehmensseitig gibt es Neuigkeiten von AMAG, Marinomed, S-Immo und UBM (siehe unten). Makroseitig steht in Europa heute das GfK-Verbrauchervertrauen (DEU), das Geschäftsklima und das Produzentenvertrauen (FRA), in den USA das Verbrauchervertrauen sowie die Zahlen zum Verkauf neuer Häuser Fokus der Märkte. 


UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

AMAG

Der Vorstand der AMAG Austria Metall AG gab gestern bekannt, den Dividendenvorschlag an den Aufsichtsrat und an die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2019 auf €0,50/Aktie anzupassen. Ursprünglich wurde ein Dividendenvorschlag in Höhe von €1,20/Aktie kommuniziert. Getroffen wurde diese Entscheidung aufgrund der spürbaren Auswirkungen und Unsicherheiten infolge der COVID-19-Pandemie.
 
S-IMMO

Das heimische Immobilienunternehmen S Immo berichtete heute seine Zahlen zum Q1/20, die aufgrund einer Immobilienabwertung von €31,5 Mio. ein negatives Quartalsergebnis auswiesen. Die Gesamterlöse der Gesellschaft verzeichneten im Q1/20 einen Anstieg von 5,9% gegenüber dem Vergleichszeitraum und betrugen €50,6 Mio. (Q1/19: €47,8 Mio.). Diese Entwicklung ist vor allem auf eine Steigerung der Mieterlöse zurückzuführen, während sich die Erlöse aus der Hotelbewirtschaftung nach dem Rekordjahr 2019 auf Grund von COVID-19 auf €9,9 Mio. (Q1/19: €11,1 Mio.) reduzierten. Die Verbesserung der Mieteinnahmen spiegelt operativ die Zugänge bei den vermieteten Immobilien in CEE und Deutschland sowie die gute Like-for-Like-Performance wider. Der Verwaltungsaufwand lag mit €4,4 Mio. (Q1/19: €4,5 Mio.) leicht unter dem Niveau des Vorjahres, sodass sich das EBITDA auf 12-Monats-Sicht um 9,4% auf €21,4 Mio. verbesserte. Trotz des positiven operativen Ergebnisses ergab sich durch das negative Ergebnis aus der Immobilienbewertung ein Rückgang beim EBIT auf €-12,5 Mio. (Q1/19: €27,4 Mio.). In Österreich wurden Abwertungen in Höhe von €-8,6 Mio. vorgenommen, in der CEE-Region beliefen sie sich auf €-22,9 Mio. In Summe macht das negative Bewertungsergebnis in etwa 1,3 % des nach IFRS bilanzierten Immobilienvermögens der Gesellschaft aus. Insgesamt ergab sich für die Periode ein Verlust von €21,4 Mio. (Q1/19: Periodenüberschuss von €15,1 Mio.). Der FFO I zeigte eine positive Entwicklung und konnte um 27,8% auf €13,8 Mio. gesteigert werden. Der EPRA NAV/Aktie ging im Vergleich zum Jahresende 2019 um 11,9% auf €23,31 zurück (31.12.2019: €26,45). Das Unternehmen will zum aktuellen Zeitpunkt keine Guidance für das laufende Geschäftsjahr geben, da im aktuellen Umfeld Prognosen besonders schwer zu treffen sind und die weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös abschätzbar sind.
Q1/20: Erlöse: €50,6 Mio. (Vj. 47,8); EBITDA: €21,4 (Vj. 19,5); EBIT: €-12,5 Mio. (Vj. 27,4); Periodenergebnis: €-21,4 Mio. (Vj. 15,1); FFO I: €13,8 Mio. (Vj. 10,8)
 
UBM Development

Auch das Immobilienunternehmen UBM legte heute die Ergebnisse des ersten Quartals vor. So konnte man eine Gesamtleistung von €86,3 Mio., nach €71,6 Mio. in der Vergleichsperiode des Vorjahres erwirtschaften, welche vor allem auf den Baufortschritt bereits verkaufter Immobilienprojekte zurückzuführen ist. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit €41,7 Mio. um €29,2 Mio. deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres von €12,5 Mio., was insbesondere auf durch Transaktionen ausgelöste Wertaufhellungen laufender Immobilienprojekte zurückzuführen war. Der Nettogewinn (Periodenergebnis nach Steuern) erreichte in der Berichtsperiode €22,9 Mio. und lag damit um €17,0 Mio. über dem ersten Quartal 2019 (€5,9 Mio.). Aufgrund der hohen Unsicherheit in Bezug auf die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID19-Pandemie sei darüber hinaus aktuell keine konkrete Prognose für das Jahr 2020 möglich. Insgesamt sei für 2020 aktuell von einem Ergebnisniveau signifikant unter dem Rekordjahr 2019 auszugehen, auch 2021 werden die Auswirkungen der Pandemie nach heutigem Stand noch deutlich spürbar sein.
 
Q1/20: Gesamtleistung: €86,3 Mio. (Vj. 71,6); EBIT: €41,7 Mio. (Vj. 12,5); Quartalsergebnis: €22,9 Mio. (Vj. 5,9)
 
Marinomed

Das heimische Pharmaunternehmen Marinomed präsentierte heute Zahlen zum Q1/20. Die Umsatzerlöse konnten um 35% auf €1,01 Mio. gesteigert werden (Q1/19: €0,75 Mio.). Diese wurden fast ausschließlich im Segment Carragelose® erwirtschaftet. Die Ergebnisentwicklung war weiterhin von hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung geprägt. Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte dennoch auf €-1,41 Mio. (Q1/19: €-2,63 Mio.) verbessert werden. Das Quartalsergebnis war mit €-1,57 Mio. plangemäß negativ, nach €-3,24 Mio. in der Vorjahresperiode. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Ende des ersten Quartals 2020 auf €10,23 Mio. Marinomed erwartet für das Jahr 2020 erneut eine gute Auftrags- und Umsatzentwicklung. Getragen wird diese von der anhaltend starken Nachfrage nach Carragelose®-Produkten. Da man zur Ausschöpfung des Potenzials der beiden Plattformen weiter massiv in Forschung und Entwicklung investieren wird, sind jedoch auch für 2020 und die Folgejahre operative Verluste zu erwarten.
 
Q1/20: Umsatz: €1,01 Mio. (Vj. 0,75); EBIT: €-1,41 Mio. (Vj. -2,63); Quartalsergebnis: €-1,57 Mio. (Vj. -3,24)



(26.05.2020)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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