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ATX-Trends: Zumtobel mit Zahlen, Buwog mit Personalnews (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)

  • Investoren sind angesichts der derzeitigen politischen Risiken und fehlender Impulse zögerlich: der Start in die neue Börsenwoche ist für die europäischen Börsen leicht misslungen, alle wichtigen Handelsplätze gingen mit leichten Abschlägen aus dem Handel. Kein Grund zur Beunruhigung, meinten Marktbeobachter, sondern lediglich eine kleine Verschnaufpause vor dem, was diese Woche noch kommt. Es gab zwar durch den Sentix-index, der deutlich über den Erwartungen ausfiel doch eine gewisse Unterstützung von der Sentimentseite her und die Bestätigung, dass der allgemeine Optimismus nach wie vor vorhanden ist, doch in Summe war das zu wenig. Unter den Einzelwerten zog die Deutsche Bank mit der geplanten Kapitalerhöhung die meiste Aufmerksamkeit auf sich und gab 7,5% nach. Es war nicht nur die Kapitalerhöhung an sich, sondern der niedrige Bezugspreis verunsicherte viele Investoren. Zusätzlich wurden eine Reihe von Umstrukturierungsmaßnahmen angekündigt, die eigentlich eine Rücknahme der vor etwa zwei Jahren erfolgten Veränderungen bedeutet, und Zweifel an der Strategie des Unternehmens aufkommen liessen. Thyssenkrupp stand ebenfalls unter Druck und musste 2,5% abgeben, da die geplante Fusion mit Tata Steel in weite Ferne gerückt zu sein scheint. Positiv reagierten die Anleger auf die Meldung, dass Opel die Europasparte von GM übernimmt, Titel des PSA-Konzerns legten 4,0% zu. In Mitleidenschaft gezogen wurde VW, da den Wolfsburgern nun ein ernsthafter Konkurrent erwächst. VW-Aktien gaben 0,8% ab.
     
  • Der ATX konnte sich dem europäischen Umfeld nicht entziehen und gab ebenfalls etwas mehr als 0,2% ab. Auf der Verliererseite war EBI mit einem Minus von 1,7% führend, die Schwäche der Banken allgemein und Gewinnmitnahmen waren Hauptgründe für die Verkäufe. Auch Wienerberger mit einem Minus von knapp 1,7% und RHI mit minus 1,4% mussten deutliche Rückschläge hinnehmen. Bei den Gewinnern führte Zumtobel den Reigen mit einem Plus von knapp 3,0% an, auch Verbund konnte einen Teil der Freitagsverluste wieder wettmachen.
     
  • Auch an der Wallstreet kam es zu Gewinnmitnahmen, die drei wichtigsten Indices schlossen allesamt leicht negativ Der Vorwurf von US-Präsident Donald Trump, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn abhören lassen, verunsicherte die Anleger. Impulse waren zu Wochenbeginn eher Mangelware. An Konjunkturdaten wurde nur der Auftragseingang der Industrie für Januar veröffentlicht. Hier wurde ein Plus von 1,2 Prozent gemeldet. Die GM-Aktie geriet im Verlauf etwas stärker unter Druck und verlor 0,8 Prozent. Zwar ist der Autohersteller jetzt sein defizitäres Europageschäft los, allerdings verliert GM mit dem Verkauf eine Quelle für günstige Finanzierungen des eigenen Kreditgeschäfts. Das wiederum könnte auf den Gewinnen in der Finanzsparte lasten, die GM seit der Insolvenz mühsam wieder auf Vordermann gebracht hatte.
     
  • Wenig Bewegung gab es am Ölmarkt, wo die gesenkten Ziele der chinesischen Regierung für das laufende Jahr die Stimmung dämpften. So soll die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in diesem Jahr um 6,5 Prozent wachsen, was gegenüber dem Vorjahresziel von 6,5 bis 7 Prozent einer kleinen Abschwächung entspricht. Brent konnte 0,2%z zulegen, WTI musste im gleichen Ausmaß abgeben. Gold war anfangs stark, weil die Meldungen über nordkoreanische Raketentests das Bedürfnis nach Sicherheit steigen liessen. Bald schon setzte sich die Aussicht auf steigende US-Zinsen, die die Attraktivität des zinslosen Goldes schmälern würden, als vorherrschendes Thema am Markt durch, worauf das Edelmetallmehr oder weniger unverändert zum Vortag schloss. Relativ ruhig verlief der Devisenhandel, zunächst zeigte sich der Euro leicht stärker, im späten Handel musste er aber gegen den Dollar wieder abgeben. Der Handel war dominiert von der Vorsicht mit Hinblick auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag.
     
  • Vorbörslich sind die europäischen Börsen unverändert indiziert. In Asien schließen die Börsen mehrheitlich im Plus. Von der Makroseite wurde heute Früh Industrieaufträge aus Deutschland, welche stark unter Erwartungen ausfielen, gemeldet. Während die Stimmung in der Eurozone stark anzieht, sind die Industriedaten noch schwach. Am Vormittag wird heute das BIP der Eurozone (4. Quartal) gemeldet. Von der Unternehmensseite berichtete in Österreich Zumtobel (Details siehe unten).

UNTERNEHMEN

Zumtobel

Der heimische Leuchtenhersteller legte heute Morgen aufgrund des schiefen Geschäftsjahres die Ergebnisse für die ersten neun Monate  2016-17 vor. Der Umsatz lag mit €973,4Nio. um 3,6% unter dem Vorjahreswert, was vor allem auf negative Währungseffekte in Höhe von €34,6Mio. zurückzuführen ist. Das EBIT lag bei €49,9Mio. nach €40,2Mio. im Vorjahr aufgrund von Kosteneinsparungen, vor allem im Bereich R&D. Das Nettoergebnis stieg jedoch nur um 2% auf €29,8Mio., da das Finanzergebnis von negativen Währungseffekten beeinflusst wurde. Für das Gesamtjahr rechnet die Firma mit einer Verbesserung des bereinigten EBIT auf ca. €70Mio., im Vorfeld war die Firma von einer leichten Steigerung ggü. dem Vorjahr ausgegangen (FY15/16 bereinigtes EBIT: €58,7Mio.)
 
 
9M16/17: Umsatz: €973,4Mio. (969,3e); EBIT: €49,9Mio. (47,8e) Nettoergebnis: €29,8Mio. (28,6e)

Buwog

Immofinanz - Konzernchef Oliver Schumy verlässt den Aufsichtsrat des Wohnimmobilien-Unternehmens Buwog mit sofortiger Wirkung. Schumy trete sowohl als Mitglied als auch als Vize-Vorsitzender des Aufsichtsrates per 6. März, 24.00 Uhr zurück, teilte die Buwog am Montag mit. Die Funktion des stellvertretenden AR-Chefs übernimmt den Angaben zufolge Klaus Hübner.



(07.03.2017)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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