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Vom Lagerist zum Millionär. Leser setzt auf Dividendenperlen P&G, J&J, Nestle, Coca Cola, Hormel, IBM, Microsoft, BASF (Tim Schäfer)


Leser D. hat mir geschrieben. Der 31-jährige lebt mit seiner Familie an der hessischen Bergstraße. Er arbeitet im Lager, seine Frau ist Verkäuferin. Sie haben einen Sohn. Sie sparen im Monat 1.100 Euro. Im Depot schlummern Perlen wie P&G, J&J, Nestle, Coca Cola, Hormel, IBM , Microsoft oder BASF . Sein Ziel ist mit 50 nur noch Teilzeit zu arbeiten. Er wird das locker schaffen, so wie ich ihn einschätzen. Großartig finde ich, dass er selbst Möbel zusammen baut. Mit den eigenen Händen etwas zu bauen, macht zufrieden. 

Hier ist sein Leserbrief:

Hallo Tim,

seit längerem lese ich nun schon Dein Blog, Deine Beiträge und schaue Deine Videos. Deinen Blog finde ich toll. Allein schon deshalb, weil Du dafür sorgst, dass man sich überhaupt näher mit dem Thema „finanzielle Freiheit“ befasst und Menschen zusammen bringst, welche das gleiche Gedankengut haben – was im Alltag leider oft nicht der Fall ist.

Die „Storys“ der anderen Blogleser haben mich nun dazu inspiriert, Dir meine kleine „Story“ zu schreiben.

Ich bin 31 Jahre jung, verheiratet und habe einen 2-jährigen Sohn, welcher im Sommer einen Bruder bekommt. Wir leben in Hessen an der schönen Bergstraße zur Miete und haben einfache Jobs – sie Verkäuferin und ich Lagerist. Unser Monatseinkommen liegt bei ca. 2700 Euro + 190 Euro Kindergeld, wovon wir 1100 Euro im Monat sparen.

Das Kindergeld geht direkt auf das Juniordepot, wo es per Sparplan in ETFs und Einzelaktien investiert wird. Die restliche Sparsumme investiere ich in einem Depot in Einzelaktien. Hier verfolge ich die Dividendenstrategie mit dem Ziel ein passives Einkommen aufzubauen. Der Schwerpunkt des Depots liegt auf Konsumaktien und Aristokraten wie P&G, J&J, Nestle, Coca Cola, Hormel, IBM, Microsoft oder BASF. Ich investiere seit ca. 7 Jahren. Ich war sofort davon überzeugt, dass diese die richtige Stragetie für uns ist.

Zum Thema Aktien bin ich während meiner Ausbildung gekommen. Ich weiss garnicht mehr, was genau der Auslöser war. Mir war nur irgendwann klar, dass ich nicht bis 65+ arbeiten möchte, da viele Aktivitäten und Möglichkeiten mit zunehmenden Alter einfach wegfallen. Ich selbst möchte über meine Lebenszeit bestimmen – ohne dies von Zwängen wie Arbeit oder Ratenzahlungen abhängig zu machen.

Ein Arbeitskollege, welcher bei uns als Aushilfe arbeitete, brachte mich dem Thema „Aktien“ näher. Er sprach davon, wie einfache Arbeiter durch Aktien ein Vermögen aufbauen, ein lockeres Leben führen und sich ihren Urlaub durch Dividenden finanzieren. Damals dache ich noch, es würde ewig dauern, so reden zu können. Heute sehe ich es ganz anders. Nach nun knapp 7 Jahren könnten wir uns nun bereits einen kleinen Urlaub aus den Dividenden finanzieren, die Betohnung liegt auf „könnten“.

Einige meiner Kollegen sind schon im Rentenalter und rackern sich weiter ab, aus unterschiedlichen Gründen. Die einen erzählen, sie arbeiten noch, bis das Haus abbezahlt ist. Die anderen weil die Rente nicht reicht. Ein guter Bekannter, selbstständiger Fahrer mit eigener Spedition und Fahrzeugen (intelligenter Mensch, der sein Handwerk beherscht, leider mit gesundheitlichen Problemen), öffnete sich mir und schilderte seine finanzielle Situation – kurz gesagt: Hartz 4 statt Rente.

All diese Menschen bestätigen mir, nur durch ihre Storys, das es ungemein wichtig ist vorzusorgen und mit dem verdienten Geld verantwortungsbewusst umzugehen. Irgendwo habe ich mal einen Spruch gelesen, der ungefähr wie folgt lautete: „Was ist der Unterschied zwischen einem weisen und einem dummen Menschen? Der Dumme lernt aus seinen eigenen Fehlern, während der Weise aus denen der anderen lernt.“ – Ich schaue mir oft an, was andere Menschen falsch machen und versuche diese Fehler nicht selbst zu übernehmen. Natürlich trifft man deswegen nicht immer die beste Entscheidung, aber es hilft mir genauer über eine Unternehmung nach zu denken. So bin ich dann auch auf das Thema finanzielle Freiheit gestoßen und den mir damit verbundenen Drang, permanent zu sparen und die Sparrate nach Möglichkeit zu erhöhen. Nicht nur Sparen hat für mich hohe Priorität, sondern auch das Vermeiden von sinnlosem Konsum und Schulden!

Es bieten sich so viele Möglichkeiten an im Alltag zu sparen! Wir sparen, wo wir können, ohne dabei auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Wir leben zur Miete in 3 Zimmern und halten uns in der Freizeit viel draußen auf, gehen Spazieren in der Natur, besuchen die Schloss-Ruinen in der Nähe, gehen mit dem Kleinen oft auf den Spielplatz – alles kostenlos.

Zur Verpflegung packen wir etwas von zu Hause ein, Wasser und Obst anstelle der Lokale und Kiosks vor Ort, ein Kaffee oder Eis bei guter Aussicht darf es dann dochmal sein – wir wollen uns nicht unglücklich Sparen, sondern genießen durchaus mal den Augenblick. Wir machen keine teuren Urlaube, sondern fahren gerne mal für ein langes Wochenende in ein günstiges Ferienhaus oder Zelten auf einem Campingplatz – für Kinder ein rießen Vergnügen! Beim Einkaufen achten wir darauf, viel Obst und Gemüse zu kaufen, da dies billig und gesund ist, Fleisch kaufen wir oft nur, wenn es wegen des bald erreichten MHD reduziert ist – uns egal, wird portioniert und eingefroren!

Wenn wir Kleidung benötigen, schauen wir nach reduzierten Sachen, warum auch nicht? Die Hose wird nicht im Preis reduziert, weil diese nun schlechter ist als vorher, sondern z.B. ein Rest der letzten Kollektion ist. Wenn ich Kleidung benötige, schaue ich meistens nach neutraler Arbeitskleidung, da ich diese von der Steuer absetzen kann und ich mich nach der Arbeit eh nicht umziehe – nur um eine Runde zu spazieren.

Meine Schuhe dürfen dann gerne mal ausgelatscht sein. Solange sie bequem sind, werden sie auch getragen! Die Kleidung unseres Sohnes kaufen wir gebraucht, über Ebay in großen Packeten, meist für 20-50 Cent pro Stück. Nicht selten sind dort gefragte Markenteile dabei! Wie oft haben wir schon geschmunzelt, da wir extreme Schnäppchen gemacht haben für Kleidung, die in diesem Alter nur für sehr kurze Zeit getragen werden können, warum dann also teure Kleidung kaufen und am Ende ein Verlust zu machen?

Wenn die Sachen nicht mehr benötigt werden, verschenken oder verkaufen wir diese auf Flomährkten wieder, meistens mit Gewinn. Nur bei Schuhen sind wir eigen, diese sind stets neu. Ähnlich sieht es bei entsprechenden Möbeln und anderen Gegenständen aus: Babybettchen, Wickelkomode, Kinderwagen, Buggys etc…! Man kann Unsummen ausgeben… oder einfach gebraucht kaufen!

Möbel sind meiner Meinung nach wahre Geldvernichter. Man kauft sie für teures Geld und bekommt sie nur für ein Bruchteil wieder los, diese Erfahrung machten wir bereits und haben daraus gelernt! Ein Hochbett, Kleiderschrank und kleine Dinge habe ich bereits selbst gebaut. Für einen Bruchteil habe ich das Matterial im Baumarkt besorgt und verarbeitet. So kannte ich es bereits aus meiner Kindheit. Diese Möbel sehen noch recht gut aus! Selbstgebaut nicht des Sparen Willens, sondern da ich nicht das kaufen wollte, was mir aufgetischt wird. Ich wollte selbst etwas erschaffen und das Ergebniss ist toll! Oft höre ich von anderen Paaren „das es so teuer sei für ein Kind zu sorgen“, „Für Erstlingsausstattung gehen ein paar Gehällter drauf“, „Man muss den Kindern auch was bieten können“… Alles Dinge, die wir ganz entspannt nehmen können, denn wir haben vorgesorgt und haben kein Problem damit gebrauchte Dinge zu nutzen.

Natürlich kommt nicht jeder mit solch einer Einstellung, wie wir sie haben, zurecht. Wir werden gelegentlich kritisiert, warum wir nicht so leben wollen, wie andere es von uns erwarten. Ein leben in Sparsammkeit benötigt meiner Meinung nach viel Selbstbewusstsein. Man muss sich sein Ziel stets vor Augen halten und darf sich von anderen nicht in die Irre führen lassen.

Unser Ziel ist es, mit 50 nur noch Teilzeit zu arbeiten und die Kinder sollen sich über „arbeiten müssen“ keine Gedanken machen müssen. Ob dies gelingt, wird die Zukunft zeigen, aber wir sind guter Dinge und fragen uns bei jeder Anschaffung: „brauchen wir das, oder wollen wir das?“ Wenn doch mal etwas Unmut oder Neid aufkommt, reicht meistens der Gedanke aus, sich dieses Etwas leisten zu können, wenn man es wolle, um wieder auf den richtigen Weg zurück zu finden.

Im Original hier erschienen: Vom Lagerist zum Millionär. Leser setzt auf Dividendenperlen P&G, J&J, Nestle, Coca Cola, Hormel, IBM, Microsoft, BASF



(25.06.2017)

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Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer pendelt seit dem Frühjahr 2006 zwischen New York und Deutschland. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag, eine der führenden deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für Magazine wie Der Aktionär oder die Börsenbriefe Prior Global und Prior Gold.

>> http://timschaefermedia.com


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