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ATX-Trends: Am Verfalltag überwogen die Käufe (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)


  • Die europäischen Märkte konnten am Freitag mehrheitlich leicht zulegen. Insgesamt überwogen am Verfalltag die Käufe, weil die auf Termin verkauften Aktienkörbe am Montag geliefert werden müssen. Die Aufschläge fielen allerdings sehr unterschiedlich stark aus, weil die Wetten des Terminmarkts an den Kursen regelrecht zogen. Größte Gewinner waren Infineon , RWE und Deutsche Telekom mit Aufschlägen zwischen knapp 2 und 2,4 Prozent. Dagegen verloren Siemens 0,9 Prozent, der Bereich "Power and Gas" entwickelt sich weiterhin vergleichsweise schwach. Auch Deutsche Bank gaben mit einem Minus von 0,8 Prozent etwas nach. Der ATX war ein ein europäischer Underperformer (-1 Prozent), es lasteten die Verkäufe einiger Schwergewichte auf dem Index. Verkauft wurden u.a. RHI (-4,3 Prozent), Wienerberger (-3,6 Prozent), Lenzing (-3,5 Prozent) und voestalpine (-2,3 Prozent).
     
  • Die Börsen in New York fiel am Freitag endeten den Tag ausgegelichen. Hier wurden allerdings die Technologiewerte erneut gemieden, da wieder Befürchtungen laut wurden, dass hier die Bewertungen zu hoch seien. Der Nasdaq -Index musste knapp 0,5% abgeben. Ein anderer Stimmungsdämpfer waren die sinkenden Öl- und Rohstoffpreise. Hinzu kamen die Untersuchungen wegen möglicher Kontakte des Wahlkampfteams von Donald Trump mit Russland. Inzwischen ermittelt Sonderermittler Robert Mueller wegen des Vorwurfs der Justizbehinderung direkt gegen den US-Präsidenten. Frische Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten waren unter dem Strich durchwachsen ausgefallen. Boeing gewannen 1,6 %. Die China Aircraft Leasing hat 50 Maschinen des Typs 737 Max bestellt, was einem Auftragsvolumen von 5,8 Milliarden Dollar entspricht. Der Sportartikelhersteller Nike will mehr als 1.000 Stellen abbauen und die Produktpalette deutlich reduzieren, daraufhin gaben die Titel 3,2% ab.
     
  • Nach dem klaren Sieg bei der französischen Parlamentswahl hat Präsident Emmanuel Macron nun freie Bahn für seine Reformvorhaben. Das Bündnis um seine Partei La République en Marche errang am Sonntag laut Hochrechnungen bei der zweiten Runde der Parlamentswahl mehr als 355 der insgesamt 577 Sitze. Macrons Partei kam zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem auf deutlich mehr als die 289 Sitze, die für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung nötig sind. Meinungsforscher hatten aber mit einer noch größeren Mehrheit von bis zu 470 Mandaten gerechnet. Wesentlich erschwert hat sich die Lage für die französische Opposition, die deutlich zusammengeschrumpft ist. Bemerkenswert war die niedrige Wahlbeteiligung: Meinungsforscher sehen sie bei 42 bis 43 Prozent. Das wäre ein neuer Tiefstand in der Geschichte der 1958 gegründeten Fünften Republik. Macron hat mit seinem Wahlerfolg nun freie Bahn für seine sozialliberalen Reformen. Als eine der ersten Maßnahmen will er ein Gesetz für mehr Moral in der Politik durch die Nationalversammlung bringen. Zudem will Macron das Arbeitsrecht reformieren. Dabei drohen im Herbst neue Massendemonstrationen der Gewerkschaften und der Linken.
     
  • Diese Woche steht im Zeichen von diversen Makodaten und dem offiziellen Beginn der Brexit-Verhandlungen (welche heute starten sollen). Ansonsten werden am Mittwoch US-Immobiliendaten, am Donnerstag Konsumdaten aus der Eurozone und am Freitag PMIs aus der Eurozone gemeldet. Insgesamt aber relativ wenig wichtige Daten. In Österreich berichten morgen Kapsch und am Freitag Zumtobel Zahlen.
     
  • Vorbörslich sind die europäischen Börsen leicht positiv indiziert. Die asiatischen Märkte schließen mehrheitlich in der Gewinnzone. Von der Unternehmensseite und Makroseite ist es heute relativ ruhig.
     

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(19.06.2017)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

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