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AT&T und Time Warner: Wenn das billige Geld alles möglich macht (Marc Schmidt)


Die Börsenwelt hat einen neuen Spitzenreiter unter den diesjährigen Fusionen. Mit AT&T und Time Warner entsteht ein neuer Telekommunikations- und Medienriese in den USA für 85 Mrd. US-Dollar. Die Frage nach dem Sinn der Fusion wird nicht nur bei den US-Präsidentschaftskandidaten gestellt, sondern auch an der Börse – zu Recht.

Eine Fusion ist nur dann sinnvoll, wenn durch das neugeschaffene größere Unternehmen auch tatsächlich ein Mehrwert für die Aktionäre entsteht. Im Fall von AT&T und Time Warner sind jedoch Zweifel angebracht. Ohne das billige Geld wäre der Deal wahrscheinlich nicht einmal in Erwägung gezogen worden. So entsteht nun ein Unternehmen, das vom Telefonanschluss bis zum Nachrichtensender alles anbieten kann. Kernkompetenz? Muss man sich noch suchen.

AT&T war über Jahrzehnte der Inbegriff des Telekomkonzerns in den USA. Durch die Einführung des Mobilfunks hat jedoch der Nimbus etwas gelitten. Inzwischen sind jedoch die Unsicherheiten beseitigt und AT&T verdient als Telekomriese wieder gutes Geld. 2015 erzielte man mit einem Umsatz von 147 Mrd. US-Dollar einen Gewinn von 13,3 Mrd. US-Dollar. Da bräuchte man Time Warner eigentlich nicht. Aber mit dem Zukauf des Satelliten-TV-Anbieters DirecTV im vergangenen Jahr hat AT&T seine etablierten Pfade bereits verlassen.

Nun kommt also noch Time Warner dazu (2015er Umsatz: 28 Mrd. US-Dollar, Nettogewinn: 3,8 Mrd. US-Dollar). Dank CNN, Kinoblockbustern & Co. kann der neue AT&T-Konzernen seinen Telefonkunden nun ein ganz neues Produktangebot anbieten. Bleibt die Frage, ob sich das die anderen Verbraucher gefallen lassen und ob die eigenen Kunden wirklich mehr Geld im Konzern lassen oder nicht. Nur wenn aus der Fusion aber tatsächlich ein Mehrwert erzielt wird, lohnt er sich.

Wir sind skeptisch. Zum einen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen. Wenn der Deal zustande kommen sollte, dürfte das nur unter Auflagen geschehen. Zum anderen halten wir das gedachte Geschäftsmodell für wenig zielführend. Die Verbindung von Telekom-Diensten und audiovisuellen Inhalten von TV bis Kino stellen keinen eingeführten Business Case dar. Daher dürften auch nur schwierig Synergien zu erzielen sein. Am Ende dürften Anleger also nicht davon haben. Wieder einmal zeigt sich: Größe ist nicht allein entscheidend.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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(25.10.2016)

Geld - Dollar - US-Dollar - Verschwenden - (Bild: Pixabay/PublicDomainPictures https://pixabay.com/de/herbst-hurrikan-geld-finanzen-163496/ )


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Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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