Nicht nur China selbst hat wegen der niedrigen Wachstumsraten zu kämpfen. Besonders Exportindustrien sind von der geringeren Nachfrage des Riesens betroffen. Dies könnte sich hierzulande besonders auf die Hersteller von Luxusautos wie BMW, VW und Daimler auswirken. Insgesamt werden circa 25% aller neuen Autos dieser Hersteller nach China verkauft. Aber auch wenn kürzlich die Wachstumszahlen des Landes zurückgegangen sind, bleibt China im internationalen Vergleich noch an der Spitze. Laut dem Aktionär bleiben die Aussichten mancher Experten auch mittel- und langfristig gut. Andere sprechen aber von einer neuen Normalität, die sich auf einem niedrigeren Wachstumsniveau einstellt.
Der Anteil der Bevölkerung der in China ein Auto besitzt ist weitaus geringer als in entwickelten Ländern, sodass noch mehr Autos nach China verkauft werden könnten. Da allerdings die großen Städte ähnlich ausgelastet sind wie europäische Städte, bezieht sich das eher auf ländliche Regionen. In diesen Regionen ist die Bevölkerung tendenziell relativ arm, weshalb dieser Effekt die Luxusautohersteller weniger betrifft. China hat bereits die Planung eines Konjunkturprogramms mit Investitionen in die Infrastruktur von mehreren Milliarden Euro angekündigt, um ihrer Wachstumskrise entgegenzuwirken.
Unter anderem wegen der Entwicklungen in China schraubte BMW seine Gewinnerwartungen um 40% zurück. Der Autohersteller kann den Nachfrageeinbruch teils durch seine Marktstellung in den USA und teils durch die Erholung des europäischen Automarktes ausgleichen. Außerdem investiert der Hersteller viel in neue innovative Ideen, wie zum Beispiel seine neue i-Reihe. Im Vergleich zu Audi und Daimler schwächelt der Kurs des Autohersteller trotzdem und hat sich auf dem Niveau vom Jahresanfang eingependelt.
VW verkauft circa 40% seiner Autos in China, weshalb der Konzern am stärksten unter den drei von dem Wachstumsrückgang betroffen sein könnte. Experten vermuten, dass bereits ein Sparprogramm für China geplant ist um dem entgegenzuwirken. Die Absatzzahlen für die USA konnten weiter gesteigert werden, dennoch fielen sie geringer aus als erwartet.
Schaut man sich die Entwicklung von Daimler an, scheint der Konzern am wenigsten betroffen zu sein. In den ersten sechs Monaten konnte der Konzern höhere Renditen auf seine Aktien erzielen als VW und BMW. Das könnte daher kommen, dass der Konzern mit seinen Umsatzzahlen am chinesischen Markt hinter BMW und VW liegt, da sie diesen Markt von Anfang an unterschätzt haben.
Laut einer aktuellen Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley wird es für alle drei Autohersteller unter anderem aufgrund der Unsicherheiten in Chinas Wachstumsprognosen und fehlender Wachstumsstory schwierig werden bei ihren niedrigen Bewertungen neue Investitionen anzulocken. Die Analysten stellen fest, dass sich die BMW-Aktie ihrem Dreijahrestief relativ zum Dax und die VW-Aktie ihrem Fünfjahrestief relativ zum Dax nähert.
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
Mit freundlichen Grüßen
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