Zwei super getimte Neos-Börsegänge im 2. Halbjahr

"Zwei Neos-Börsegänge im 2. Halbjahr".  Nun, das stimmt. Man muss nur noch "2007" ergänzen und die Namen Hans-Peter Haselsteiner und Wieland Alge ergänzen. Das IPO von Haselsteiners Strabag ist noch in bester Erinnerung und fand zu 47 Euro im Oktober 2007 statt. Den einzigen weiteren Börsegang im 2. Halbjahr 2007 gab es bereits im Juli 2007: Es handelte sich um phion.

Vorstand war dort ein eloquenter Redner namens Wieland Alge. Und wie Haselsteiner ist auch er 7 Jahre später den Neos zuzuordnen. Der Emissionspreis phions wurde mit 42 Euro festgelegt, die Aktie startete an der Börse bei 43 Euro. So weit, so gut. Die phion-Story hat damals durchaus beeindruckt, der mid market hat chancenreich ausgesehen und Alge brachte die Geschichte gut rüber. Dass das IPO wie auch die Strabag rund um das ATX-All-time-High durchgeführt wurde, darf man den Unternehmen nicht vorwerfen, gutes Timing. Also auch kein Vorwurf,  dass die Aktie ihr Kursniveau nicht halten konnte.

Was dem Vorstand vorzuwerfen ist: Die Chance auf Erholung wurde zunichte gemacht.  Nur zwei Jahre nach dem IPO  hat der phion-Vorstand die Sicherheitsvariante gewählt und seine Aktien einfach an Barracuda angedient. Es gab ein Angebot für erst 12, dann 16 Euro, eine bekannte Aktionärsgruppe bekam mehr als 20 Euro. Privatanleger, die es aussitzen wollten, hätte zu Jahresbeginn 2012 dafür ausserbörslich um die 6 Euro erhalten. Der Vorstand hat gewonnen, der Streubesitz verloren. 

Rechtlich alles korrekt, die Wähler der phion-Aktie wurden aber sehr enttäuscht. Eine gar nicht schöne Geschichte.



(21.09.2014)

Wieland Alge, Neos Homepage


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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
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